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Jun 16, 2021 | Forschung

TÜV Rheinland startet globales Wasserstoff-Kompetenzzentrum

TÜV Rheinland bündelt seine vielfältigen Leistungen zur sicheren Gewinnung, Speicherung, Transport und Nutzung von Wasserstoff als Energieträger weltweit.

Das „TÜV Rheinland Hydrogen Competence Center“ des international tätigen Prüfdienstleisters führt im Kernteam Fachleute aus Europa und Asien zusammen. „Ziel des neuen Kompetenzzentrums ist es, den Partnern aus der Wirtschaft weltweit Leistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette bei der Nutzung von Wasserstoff als Energieträger zur Verfügung zu stellen. Dazu führen wir Expertinnen und Experten aus zahlreichen Disziplinen zusammen“, so Thomas Fuhrmann, Leiter des Hydrogen Competence Centers von TÜV Rheinland. Das globale Team führt bei TÜV Rheinland weit über 50 Fachleute aus allen Kompetenzbereichen zusammen.

Hintergrund für den Start des Wasserstoff-Kompetenzzentrums ist die anstehende, notwendige Energiewende. Thomas Fuhrmann: „Die Energiewende – also der Umstieg von fossiler auf eine erneuerbare Energieerzeugung – bringt eine zentrale Herausforderung mit sich: das Problem der Speicherung. Die beiden wichtigsten erneuerbaren Energiequellen sind Sonne und Wind, technisch auch bereits hervorragend in der Energieerzeugung nutzbar. Sie stehen allerdings nicht gleichmäßig zur Verfügung, die Erzeugung schwankt abhängig von Wetter und Tageszeit. Beim Speicherproblem kann Wasserstoff eine Lösung bieten und die Chance sein, bislang getrennte Bereiche wie Strom, Wärme und Mobilität zu verbinden.“

Leistungen für Qualität und Sicherheit entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Die Vorteile von Wasserstoff werden aktuell in vielen Branchen und Ländern gesehen und treiben die Technologieentwicklung schnell voran. TÜV Rheinland bündelt Leistungen rund um Wasserstoff in der Produktion, Speicherung, bei Transport und Verteilung, Anwendung und Nutzung in verschiedenen Branchen sowie in der Zertifizierung. Hintergrund dieser Zertifizierungen: Wasserstoff ist in der Herstellung sehr energieintensiv. Das bedeutet, im Rahmen der Wasserstoff-Lieferkette nimmt der „Product Carbon Footprint“ zu. Aus Umweltgesichtspunkten ist deshalb die Erzeugung von Wasserstoff mit erneuerbaren Energien zu bevorzugen. Strategien der zukünftigen Wasserstoffnutzung zielen darauf ab, den Ausbau von klimaneutralem „grünem Wasserstoff“ zu stärken. Hierbei unterstützen Fachleute von TÜV Rheinland die Akteure in der Wasserstoff-Lieferkette mit der Zertifizierung von klimaneutralem beziehungsweise grünem Wasserstoff.

Ausbau der Leistungsangebote geplant

Als erfahrener Partner der Industrie unterstützt TÜV Rheinland zudem Anlagen- und Netzbetreiber sowie Hersteller oder Anwender von Wasserstoff. Gemeinsam stellen die Fachleute ihr Know-how beispielsweise bei der sicheren Inbetriebnahme von Elektrolyse- sowie so genannten Carbon Capture and Usage-Anlagen (CCU-Anlagen) zur Abscheidung von Kohlenstoffdioxid (CO2) zur Verfügung. Die Expertinnen und Experten begleiten derzeit auch die Entwicklung einer spezifischen Norm für Wasserstoffanwendungen bei Schienenfahrzeugen und den Ausbau von Wasserstoffinfrastruktur durch die Bewertung der Sicherheit von Tankstellen. Zusätzlich plant TÜV Rheinland, in Köln einen Wasserstoff-Prüfstand für Gasgeräte zu errichten, um die Heizungsindustrie zu bedienen.

Die Gründung des TÜV Rheinland Hydrogen Competence Centers ist als Startpunkt für die weitere Entwicklung von Leistungen für die Industrie in allen Geschäftsbereichen von TÜV Rheinland zu sehen: von der Industrieprüfung über Mobilitätsanwendungen, Produktprüfung, Systemzertifizierungen sowie Training, Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit.

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