Okt 18, 2021 | Forschung

Steinbeis-Studie: Innovation radikal neu denken und erfolgreich umsetzen

Neue Forschungsergebnisse, die die internationale Innovationsfähigkeit und -tätigkeit verschiedener Volkswirtschaften vergleichen, regen zum Umdenken an und appellieren nachdrücklich an Organisatio-nen des Wirtschaftsstandorts Deutschland, die Zukunft mit radikalen und disruptiven Innovationen nachhaltig zu gestalten.

Die Welt ist in allen Lebensbereichen im Umbruch und heute mehr denn je gefordert, radikale und disruptive Innovationen für eine lebenswerte Zukunft hervorzubringen. Doch wie können sich Volkswirtschaften und Unternehmen zukunftsfähig aufstellen und nachhaltig weiterentwickeln? Die neue Steinbeis-Innovationsstudie der School of International Business and Entrepreneurship (SIBE) und des Lehrstuhls für Allgemeine Psychologie und Methodenlehre der Otto-Friedrich-Universität Bamberg behandelt dieses Kernthema und zeigt wirksame Lösungsansätze zur Bewältigung globaler Herausforderungen auf. Dabei vergleicht sie die Innovationsfähigkeit und -tätigkeit ausgewählter Volkswirtschaften (Deutschland, Schweiz, USA, China und Brasilien) anhand der Innovationsrankings des Global Competitiveness Report (GCR), des Global Innovation Index (GII) und des Innovationsindikators.

Die analysierten Innovationsrankings, -indizes und -berichte verdeutlichen den nahezu flächendeckenden Innovationsbedarf. Dabei sind vor allem radikale und disruptive Innovationen gefragt und nicht wie häufig üblich inkrementelle Innovationen. Ganz besonders Deutschland darf sich nicht auf den (bislang) guten Positionen im internationalen Vergleich ausruhen. Maßnahmen zur Steigerung der Innovationsperformanz müssen dringend ergriffen werden, um nicht sukzessiv ins Mittelfeld abzurutschen und von den Spitzenreitern Schweiz, Singapur und USA weit abgehängt zu werden. Alarmierend sind nicht nur die seit Jahren stark rückläufige Innovator*innenquote und die unzulängliche Gründungs- und Start-Up-Kultur, sondern insbesondere auch der enorme Nachholbedarf des deutschen Mittelstands in puncto radikale und disruptive Innovation.

Neben der Darlegung des weltweit steigenden Innovationsbedarfes thematisiert die neu erschienene Studie auch grundlegende Ansätze zur Verbesserung der Innovationsperformanz. Diese basieren in erster Linie auf der Etablierung von ganzheitlichen Bildungsprozessen, welche auf die erfolgreiche Umsetzung von Innovationen durch Menschen mit Persönlichkeit abzielen. Nach dem Verständnis der Forschungsgruppe sind Innovationen grundsätzlich das Ergebnis des Arbeitens und Wirkens von Menschen, die Innovationsprojekte kraft ihrer hohen Kompetenz und Performanz umsetzen und somit Wertbeiträge für die Gemeinschaft erbringen. Somit sollten Persönlichkeiten aus zeitgemäßen Bildungskonzepten hervorgehen, die mit ihrer entschiedenen Haltung und Ausrichtung auf radikale und disruptive Innovationen Wettbewerbsvorteile begründen, welche die Zukunft der Organisation nachhaltig und positiv gestalten. Kurzum: Ohne Bildung keine Innovation und ohne Innovation kein Fortschritt. Daher müssen neue Bildungsformate mit einem interdisziplinären Fokus auf Führung und Innovationsperformanz intensiv gefördert und realisiert werden, die die Entwicklung von kreativen Innovator*innen und Nach-wuchs-Leader*innen für Unternehmen, Innovations-Tochtergesellschaften und Start-Ups beflügeln.

WEITERE ARTIKEL

Weitere Artikel