Sep 26, 2021 | Politik

Mit Resilienz ins Kanzleramt?

Der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat gute Chancen, Bundeskanzler zu werden. Dass er weniger Tage vor der Bundestagswahl deutlich vor Armin Laschet (CDU) und Annalena Baerbock (Grüne) liegt, hat er einer ganz besonderen Eigenschaft zu verdanken: Seine Resilienz.

Würde man einen Italo-Western über Olaf Scholz drehen, wäre „Ein Mann geht seinen Weg“ der naheliegendste Titel. Scholz ging seinen Weg von seinen frühen Tagen als gelockter Jusowirrkopf bis vor die Tore des Kanzleramtes. Er wurde in seiner Zeit als SPD-Generalsekretär als Scholzomat verspottet und unterlag im Dezember 2019 als Vizekanzler und Finanzminister den linken Nobodys Saskia Esken und Norbert „NoWaBo“ Walter-Borjans bei der Abstimmung der SPD-Mitglieder als es um den Parteivorsitz ging. Esken war, wir konnten es in Robin Alexanders Buch „Machtverfall“ lesen, sogar Kevin Kühnert zu obskur. Es war eine Demütigung. Als seine Genossen ihn 2020 zum Kanzlerkandidaten kürten, nahm das  niemand ernst. Warum stellt eine 14Prozent Partei überhaupt einen Kanzlerkandidaten auf, fragten sich viele. Und es gab damals keine gute Antwort auf diese Frage. Spitzenkandidat, das wäre ja noch gegangen. So einen hat jede Partei. Aber Kanzlerkandidat?

Scholz hat durchgehalten. Er hat alle Niederlagen und Demütigungen weggescholzt und weitergemacht. Er kehrte sein Inneres nie nach außen, wie es Habeck im Zeit-Interview getan hat, als Baerbock und nicht er Kanzlerkandidat wurde. Resilienz ist das lateinische Wort für abprallen. Scholz ist resilient. Er behält die Ruhe und sein Ziel im Blick. Das hat er Laschet und Baerbock voraus. Und Resilienz ist eine wichtige Eigenschaft für einen Kanzler. Die Menschen spüren das und viele sind ebenso wie er selbst davon überzeugt, dass Scholz es kann.

Wären das nicht noch SPD, Linkspartei und Grüne,  wir könnten entspannt den Ausgang der Wahl abwarten.

 

WEITERE ARTIKEL

Weitere Artikel

NRW: Handel mit Großbritannien eingebroche

Sowohl die Ein- als auch die Ausfuhren aus bzw. nach Großbritannien und Nordirland waren in diesem Jahr niedriger als vor der Corona Krise und vor dem Brexit. Die nordrhein-westfälische Wirtschaft importierte von Januar bis Juli 2021 Waren im Wert von 4,4 Milliarden...

mehr lesen