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Jan 7, 2022 | Politik

Kernkraft und Taxonomie: Es geht nicht um die Atomsaurier des 20. Jahrhunderts

Weder Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) als auch Finanzminister Christian Lindner sehen keine wirtschaftlichen Perspektive für neue Kernkraftwerke. Sie könnten sich irren.

Robert Habeck glaubt nicht, dass Investoren Geld für neue Kernkraftwerke ausgeben werden, und Christian Lindner ist sich sicher, dass sie sie auch niemand versichern würde. Sollte die Kernkraft, auch wenn sie nach der neuen EU-Taxonomie als Nachhaltig eingestuft wird, keine wirtschaftliche Zukunft haben? Klar ist, niemand würde heute mehr ein Kernkraftwerk wie Brokdorf bauen, das 1986 in Betrieb ging. Aber was heißt das schon? Auch einen Macintosh Plus mit einem 8MhZ-Prozessor und einem Arbeitsspeicher von einem Megabyte würde heute niemand bauen. Der Macintosh Plus kam wie der Golf Syncro 1986 auf den Markt, den Volkswagen heute auch nicht den Kunden anbieten würde.
Bei der Frage der Zukunft der Kernkraft geht es nicht um die alten Atomsaurier, die man natürlich hätte, weiter in Betrieb halten sollen, um CO2 einzusparen. Sie wurden längst umgebaut und erneuert. Es geht um neue Reaktortypen:

Bill Gates will in Wyoming einen Flüssigsalz-Reaktor bauen, der mit Natrium gekühlt wird.

Rolls Royce will Minireaktoren bauen und gegen Ende des Jahrzehnts ausliefern.

China arbeitet an Thorium-Reaktoren die nicht größer als ein Badezimmer sein sollen.

Auch in Frankreich wird an kleinen und sicheren Reaktoren gearbeitet.

Die Projekte sind unterschiedlich weit, aber sie haben das Zeug dazu, Erfolgsgeschichten zu schreiben. Der Tag, an dem Bill Gates sein Kernenergieunternehmen Terrapower an die Börse bringt wird der Tag sein, an dem Kernkraft für Investoren hochspannend wird. Deutschland wird diese Entwicklungen vom Spielfeldrand beobachten dürfen.

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