Nov 15, 2021 | Industrie

Industrieller Mittelstand fordert klare Perspektiven beim Klimaschutz

Die ökosoziale Marktwirtschaft zukunftsfest machen – mit Wettbewerb, Technologieoffenheit und Unternehmertum. Das war die Forderung der wvib-Jahreshauptversammlung mit BDI-Präsi-dent Siegfried Russwurm im Europa-Park in Rust.

„Wenn wir so weitermachen wie bisher, wird es zu heiß“. Zum 75. Jubiläum des Verbands eröffnete wvib-Präsident Thomas Burger mit dem eindringlichen Appell, beim Klimaschutz planvoller vorzugehen: „Panik und Nachhaltigkeit passen nicht zusammen.“

Deutschland müsse vom Spagat zwischen Ökonomie, Ökologie und Sozialem profitieren. „Die Marktwirtschaft ist kein Auslaufmodell, sondern der Weg in die Zukunft, wenn wir Ökonomie und Ökologie klug zusammenpacken“, so Thomas Burger.

BDI-Präsident Siegfried Russwurm definierte, was für eine erfolgreiche Transformation nötig ist: „Deutschland steht beim Klimaschutz vor einem gewaltigen Kraftakt und gleichzeitig vor einer historischen Chance. Ein klimaneutraler Industriestandort bis 2045 ist überaus ehrgeizig, technologisch im Prinzip aber machbar.“

Russwurm weiter: „Dem globalen Klimaschutz wäre nicht gedient, wenn als Preis für die Reduktion unserer zwei Prozent am globalen Ausstoß von Klimagasen die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen auf der Strecke bleibt. Deutschland taugt für andere Weltmärkte nur als Vorbild im Klimaschutz, wenn die Industrie stark bleibt und wir Wohlstand sichern.“ Ein weltweit einheitlicher CO2-Preis wäre eine starke Botschaft für Ökologie. Je mehr es koste Kohlendioxid auszustoßen, desto größer sei auch der Anreiz, dies nicht zu tun. „Richtig eingesetzt, macht dieses Instrument unzählige

Subventionen überflüssig“, so Burger. Das so eingenommene Geld dürfe dann jedoch nicht pauschal zurückgegeben werden: „Nur wenn die wahren Kosten für die meisten spürbar sind, lernen Staat, Verbraucher und Unternehmen wie Ökologie geht“, so der wvib-Präsident.

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