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Jan 20, 2022 | Industrie

Gaskraftwerk in Herne erzeugt ersten Strom

Das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk von STEAG in Herne hat einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Inbetriebnahme im Frühsommer dieses Jahres erreicht: In den vergangenen Tagen wurde das Kraftwerk mit dem Stromnetz synchronisiert und hat erstmals Strom ins Netz eingespeist. Die schrittweise Inbetriebsetzung und die dafür notwendige Erprobung werden in den kommenden Tagen bei schrittweise steigender Leistung fortgesetzt.

Das Großprojekt des neuen und hocheffizienten Gas- und Dampfturbinenkraftwerks Herne geht mit großen Schritten seinem erfolgreichen Ende entgegen. „Wir sind sehr stolz darauf, dass dieses anspruchsvolle und unter Pandemiebedingungen ganz besonders herausfordernde Projekt weiterhin im Zeitplan liegt. Der nun erreichte Meilenstein der erstmaligen Ausspeisung der Anlage ins Stromnetz ist dafür eine eindrucksvolle Bestätigung“, zeigt sich Dr. Andreas Reichel, der neue Vorsitzende der STEAG-Geschäftsführung, hocherfreut über die gute Nachricht zu Jahresbeginn.

Zünden der Gasturbine Ende Dezember
Nach der Inbetriebnahme der Erdgasversorgung im September 2021 wurde die Gasturbine des neuen Kraftwerks bereits Ende Dezember 2021 erstmals gezündet. „Alles verlief wie geplant, sodass Netzsynchronisation und erste Stromeinspeisung ins Netz die logischen nächsten Schritte waren“, sagt Kai Braekler, der den Kraftwerksneubau bei STEAG als Projektleiter verantwortet. Am 19.Januar haben wir 260 Megawatt (MW) erreicht – das entspricht etwa 40 Prozent der Maximalleistung. Dabei findet in diesen Tagen das Ausblasen und Reinigen der Dampfleitungen statt.

Wenn dies geschehen ist, wird schließlich auch die Wärmeauskopplung des GuD-Kraftwerks Herne probeweise in Betrieb genommen. „Dies ist für Februar geplant, einem der statistisch kältesten Monate des Jahres mit entsprechend hohem Wärmebedarf“, so Kai Braekler. Nach Inbetriebnahme wird das GuD-Kraftwerk Herne nicht nur Strom, sondern in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) auch Wärme produzieren. Deren Menge reicht künftig aus, um bis zu 275.000 Haushalte im Ruhrgebiet klimaschonend mit Fernwärme zu versorgen.

Stark verbesserte CO2-Bilanz
Mit der Umstellung der Strom- und Wärmeerzeugung von Steinkohle auf Erdgas verbessert sich die Emissionsbilanz am Standort Herne deutlich. „Wir sparen künftig mindestens 50 Prozent an CO2-Emissionen dauerhaft ein“, berichtet Dr. Ralf Schiele, der in der STEAG-Geschäftsführung die Bereiche Markt und Technik verantwortet. Möglich werde das aus zwei Gründen: „Erstens setzt Erdgas im Vergleich zur Steinkohle beim Verbrennen weniger CO2 frei. Und zweitens hat sich die Effizienz der neuen Anlage gerade bei gleichzeitiger Erzeugung von Strom und Wärme gegenüber dem Steinkohleblock Herne 4 noch einmal enorm verbessert“, so Ralf Schiele.

Generalunternehmer Siemens Energy
Gebaut wird das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerke in Herne von Siemens Energy als Generalunternehmer. „Auch wenn die Inbetriebnahme noch aussteht, kann man mit Blick auf die zurückliegenden 24 Monate schon jetzt festhalten, dass das Projekt gerade unter den besonderen Bedingungen der Corona-Pandemie sehr gut verlaufen ist. Das ist ohne Frage auch Ergebnis der guten und vertrauensvollen Zusammenarbeit von Siemens Energy und STEAG sowie des hohen persönlichen Einsatzes der beteiligten Kollegen aus vielen Ländern“, so STEAG-Projektleiter Kai Braekler.

GuD Herne bereit für Wasserstoff-Zukunft
Doch nicht nur die gute Zusammenarbeit ist Anlass zur Freude, auch die in Herne verbaute Anlagentechnik sorgt dafür, dass das neue GuD-Kraftwerk mehr ist als reine Brückentechnik auf dem Weg in eine regenerative und klimaneutrale Energiezukunft, denn: „Das neue Kraftwerk kann bereits heute bis zu 15 Prozent Wasserstoff mitverbrennen, wenn er dem Erdgasnetz beigemischt wird“, so STEAG-Geschäftsführer Andreas Reichel. Perspektivisch sei nach erfolgreichem Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft auch eine technische Ertüchtigung der Anlage möglich, um diese komplett auf eine Wasserstoffbefeuerung umzustellen. „Wir sehen STEAG damit am Standort Herne nicht nur für die energiewirtschaftlichen und -technischen Herausforderungen von morgen, sondern bereits von übermorgen bestmöglich gerüstet“, bilanziert Andreas Reichel.

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