Nov 23, 2021 | Industrie

E.ON investiert 22 Milliarden Euro in den Ausbau der Energienetze

E.ON will das Tempo bei Wachstum und Digitalisierung seiner Geschäfte deutlich erhöhen. Mit der heute im Rahmen eines virtuellen Kapitalmarktages vorgestellten Wachstumsstrategie bis 2026 verspricht E.ON sowohl kontinuierliche Steigerungen beim operativen Ergebnis als auch bei der Dividende, die stärker ausfallen sollen als bisher geplant. Dabei erweitert E.ON erstmals den Prognosezeitraum von drei auf fünf Jahre.

Das EBITDA im Kerngeschäft, das heißt ohne die auslaufenden Kernenergie-Aktivitäten bei PreussenElektra, will E.ON pro Jahr um rund 4 Prozent auf rund 7,8 Milliarden Euro im Jahr 2026 steigern. Um die Basis für dieses ambitionierte Wachstum zu legen, wird E.ON bis 2026 insgesamt rund 27 Milliarden Euro investieren, davon gehen rund 22 Milliarden Euro in den Ausbau der Energienetze als Rückgrat der Energiewende und 5 Milliarden in den Ausbau der Geschäfte mit Kundenlösungen. Außerdem will E.ON seine Dividende bis 2026 um bis zu 5 Prozent und sein Ergebnis je Aktie um 8 bis 10 Prozent pro Jahr steigern. Für 2021 schlägt der Konzern eine Dividende in Höhe von 49 Cent je Aktie vor.

Das gesamte Wachstumsprogramm wird E.ON im Rahmen ihres starken Ratings und mit einem unveränderten Verschuldungsfaktor umsetzen. Hierzu wird der Konzern sein Portfolio weiter optimieren. E.ON rechnet hierbei in den nächsten fünf Jahren mit Erlösen von etwa 2 bis 4 Milliarden Euro. Die Portfolio-Optimierung wird sowohl direkte Veräußerungen von Geschäften beinhalten, die nicht mehr in das heute vorgestellte Strategiedreieck aus Wachstum, Nachhaltigkeit und Digitalisierung passen, als auch selektive Partnerschaften.

Hohe Investitionen in Stromverteilnetze als Rückgrat der grünen Energiewende

Der Konzern plant, bis 2026 die Investitionen in Energienetze kräftig um jährlich rund 1 Milliarde pro Jahr zu erhöhen. Damit wächst das regulierte Anlagevermögen (RAB) jährlich um mindestens 6 Prozent. Die europäischen Netzgesellschaften des Konzerns betreiben heute bereits Netze mit einem regulierten Anlagevermögen von rund 35 Milliarden Euro und mit rund einer Million dezentral angeschlossenen, erneuerbaren Anlagen.

Der Ergebnisbeitrag der Netze wird durch die jetzt beschlossene Investitionsoffensive pro Jahr um 3 bis 4 Prozent bis 2026 wachsen. Hierbei wird Digitalisierung eine zentrale Rolle spielen, um die Netze noch effizienter zu betreiben und gleichzeitig den wachsenden Anteil erneuerbarer Energien möglichst effektiv zu steuern. Allein im Netzgeschäft wird E.ON bis 2026 rund 2 Milliarden Euro in die Digitalisierung der Netzplanung, ‑überwachung und -steuerung investieren. Damit wird E.ON eines der ersten Energierunternehmen, das seine Netzinfrastruktur auf jeder Spannungsebene vollständig digital ansprechen kann.

Die Basis bildet das klassische Energievertriebsgeschäft, das starke Ergebnisbeiträge bringt und selbst im umkämpften britischen Markt erfolgreich die Trendwende geschafft hat. E.ON plant, die Erträge im Energievertriebsgeschäft bis 2026 um 3 bis 6 Prozent pro Jahr zu steigern.

E.ON setzt auch auf Angebote für nachhaltiges Wohnen, Leben und Arbeiten. Mit neuen, innovativen Lösungen und Dienstleistungen rund um das Energiesystem in Häusern mit eigener grüner Stromerzeugung, Heizung und Kühlung sowie Energiemanagement will das Unternehmen die Energiewende in den Sektor Wohnen bringen.

Im Bereich Mobilität rechnet E.ON mit einem schnellen Ende der Verbrennungsmotoren und setzt daher noch entschlossener auf den Ausbau von leistungsfähiger Ladeinfrastruktur. E.ON will rund 5.000 neue Schnellladepunkte bis 2026 bauen. Auch das Geschäft mit klimaschonenden, dezentralen Energieinfrastrukturlösungen will E.ON mit Wachstumsinvestitionen von 500 bis 600 Millionen Euro im Jahr massiv ausbauen und den EBITDA-Beitrag des Geschäfts bis 2026 jährlich um durchschnittlich 9 bis 12 Prozent steigern.

Weiteres, zusätzliches Wachstumspotenzial sieht E.ON im Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft. Das Engagement in diesem Feld soll deutlich ausgeweitet werden. E.ON setzt hierbei auf europäische Projekt-Partnerschaften wie „H2.Ruhr“, in dessen Rahmen das industrielle Herz Deutschlands, Nordrhein-Westfalen, zu einer Wasserstoffregion werden soll. E.ON will mit ihrem bestehenden Gasverteilnetz und ihrer Expertise im Energiemanagement insbesondere dem industriellen Mittelstand Zugang zu Wasserstoff geben und damit eine Möglichkeit der CO2-Reduktion bieten.

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