Apr 25, 2022 | Industrie

AGC Glass Europe und E.ON schließen Stromliefervertrag über Erneuerbare Energien in Frankreich ab

Wie alle energieintensiven Industrien steht auch die Glasindustrie vor der Herausforderung, energieeffizienter zu produzieren und den Ausstoß von CO2 zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund festigen das Energieunternehmen E.ON und der Glashersteller AGC ihre bestehende Partnerschaft mit einem weiteren gemeinsamen Projekt: Im Flachglaswerk von AGC in Seingbouse, Frankreich, werden neue Anlagen zur Abwärmenutzung sowie zur Produktion von grünem Strom zukünftig für eine weitgehend unabhängige, sichere und wirtschaftliche Energieversorgung sorgen. E.ON finanziert, plant, errichtet und betreibt die Anlagen.

Im Rahmen ihrer Partnerschaft haben E.ON und AGC Glass Europe bereits seit 2019 Energieeffizienzprojekte an Produktionsstandorten in verschiedenen europäischen Ländern umgesetzt. Zukünftig ist der Bau weiterer Photovoltaikanlagen mit bis zu 20 Megawatt (MW) Leistung in Ungarn und Tschechien geplant.

Aus Abwärme wird grüner Strom

Abwärme ist die weltweit größte ungenutzte Energiequelle. Rund die Hälfte der in der Industrie genutzten Wärme geht verloren. Sie geht verloren, obwohl sie kostbar ist. Der Glasofen ist das Herzstück im Glasherstellungsprozesses. Er arbeitet bei hohen Temperaturen von über 1.000 Grad Celsius. Etwa 30 Prozent der für den Produktionsprozess benötigten Wärme gehen am Ende im Rauchgas verloren und blieben bisher ungenutzt. E.ON und AGC Glass Europe wollen das ändern. Am Produktionsstandort von AGC in Seingbouse wird diese kostbare Wärme zukünftig zurückgewonnen, um CO2 neutralen Strom zu erzeugen. Dafür installiert E.ON eine innovative Organic Rankine Cycle (ORC) Anlage mit einer Kapazität von 1,3 MW.

Um zusätzlich CO2 zu sparen, errichtet E.ON auf dem Werksgelände ein Photovoltaik-Kraftwerk mit einer Leistung von 2,7 MW. Es wird auf insgesamt 27.000 Quadratmetern erneuerbaren Strom erzeugen. Mithilfe beider Anlagen liefert E.ON ab 2023 jährlich rund zehn Gigawattstunden grünen Strom. Der Strom wird vollständig auf dem Gelände von AGC produziert und deckt einen großen Teil des Bedarfs des Standorts. Rund 595 Tonnen CO2 spart AGC dadurch jährlich ein.

Im Rahmen des Projekts haben beide Partner einen Strombezugsvertrag (PPA) geschlossen. E.ON produziert den grünen Strom und verkauft ihn langfristig zu Festpreisen an AGC. Dadurch wird der Standort in Seingbouse weitgehend unabhängig von volatilen Energiemärkten. E.ON finanziert das Projekt, das zusätzlich durch die französische Regierung gefördert wird.

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