Nov 24, 2021 | Wirtschaft

90 Prozent der Autofahrer fordern Entlastung bei Spritpreisen

Der Blick auf die Zapfsäule treibt manchem Autofahrer derzeit die Tränen in die Augen. Seit Wochen scheinen die Preise für Benzin und Diesel nur eine Richtung zu kennen: Aufwärts. Verbraucherschützer halten schon bald einen Benzinpreis von 2 Euro und mehr für möglich.

Vor diesem Hintergrund sprechen sich aktuell rund 90 Prozent der Autofahrer in Deutschland dafür aus, dass die Politik Maßnahmen ergreifen sollte, um die Verbraucher an der Tankstelle zu entlasten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von AutoScout24. Im Auftrag des europaweit größten Online-Automarktes hat Innofact dazu 1.002 Autohalter befragt*. Doch wie sollte die Entlastung konkret aussehen? Die Autofahrer sprechen sich in erster Linie für eine Rückführung der CO2-Bepreisung und die erneute Einführung eines günstigeren Mehrwertsteuersatzes für Kraftstoffe aus.

Sein historisches Allzeithoch erreichte der Benzinpreis am 13. September 2012. 1,709 Euro kostete ein Liter Super damals. Doch diese Höchstmarke wurde in den letzten Wochen bereits in einigen Städten gerissen – Autofahrer mussten dort 1,80 Euro für den Liter Benzin bezahlen. Dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist, ist mehr als wahrscheinlich. So wird allein die CO2-Bepreisung den Liter Benzin um rund 15 Cent bis 2025 verteuern. Vor diesem Hintergrund verlangen die hiesigen Autofahrer nun Entlastungen: 89 Prozent fordern laut der aktuellen AutoScout24-Umfrage entsprechende Maßnahmen von der Politik, nur 8 Prozent sind dagegen. Die Forderung wird gleichermaßen von Frauen und Männern und über alle Altersklassen hinweg unterstützt. Bei den vermeintlich umweltaffinen jüngeren Autofahrern ist der Ruf nach Entlastung sogar besonders laut: 93 Prozent der Autohalter unter 30 Jahren wünschen sich ein Sofortprogramm gegen den Spritpreis-Anstieg.

Senkung der CO2-Bepreisung beliebteste Maßnahme

Doch welche Maßnahmen halten die Autohalter für zielführend? Fast jeder Vierte (24 Prozent) spricht sich dafür aus, die CO2-Bepreisung zu senken. Diese wurde 2021 erstmals erhoben, macht aber aktuell nur etwa 7 Prozent des Benzin- und 8 Prozent des Dieselpreises aus. 21 Prozent der Befragten sprechen sich für den Vorschlag von CSU-Chef Markus Söder aus, die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe vorrübergehend zu senken. Schon vergangenes Jahr hatte der reduzierte Mehrwertsteuersatz auf Benzin und Diesel die Kraftstoffpreise einigermaßen stabil gehalten. Die Reduzierung war im Rahmen der Hilfsmaßnahmen zur Überwindung der Corona-Krise beschlossen worden, lief aber zum Jahreswechsel aus.

Auch Benzinpreis-Bremse und Mobilitätsentgelt haben Fans

Von Grünen und Verbraucherschützern kommt der Vorschlag, die Verbraucher mit einem einkommensunabhängigen Mobilitätsentgelt zu unterstützen. Immerhin 16 Prozent der Autofahrer sehen laut AutoScout24-Umfrage hierin den richtigen Weg. Mit 15 Prozent sprechen sich fast ebenso viele Umfrageteilnehmer für eine generelle Deckelung der Spritpreise aus. Diesen Ansatz vertritt unter anderem auch der geschäftsführende Verkehrsminister Andreas Scheuer. Schließlich würden 12 Prozent der Autohalter am liebsten die Pendlerpauschale erhöhen, um für einen finanziellen Ausgleich zu sorgen. Diese stand im Rahmen der aktuellen Ampel-Koalitionsverhandlungen allerdings schon einmal komplett auf der Kippe, könnte nun aber offenbar doch beibehalten werden.

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